studio stellwerk
die quartiers veränderer

Ihr hattet das Knut’s ja als eine Art Vereinsheim für das Stellwerk

eröffnet. Wie kam es dazu?

 

Es war eigentlich der Situation geschuldet, dass es eine dauerhafte Plattform geben sollte, wo nette Menschen zusammenkommen – Menschen, die Lust haben mehr zu machen. Wir haben vorher schon ganz viel Leerstand belebt – Tiefgaragen, Parkplatzdächer, alles mögliche, nur das waren eben alles temporäre Veranstaltungen, mit denen wir in erster Linie Kultur in den öffentlichen Raum gebracht haben. Damit haben wir ne ganze Menge Menschen erreicht, sodass irgendwann der Wunsch aufkam, dass diese Menschen nicht nur temporär zusammengebracht werden, sondern das jeden Tag ermölicht wird. So kam der Knut’s-Gedanke und auch der Quartiers-Gedanke.

Wir haben früher den ganzen Raum der Innenstadt bespielt, aber mit den Überlegungen, wo das Knut’s hinkommen soll, kam zum ersten mal die genauere Analyse: Wo macht das überhaupt Sinn? Wo kann man ein Umfeld entwickeln? Wo ist Potential? Wir haben genau dieses Potential einerseits darin gesehen, dass hier ausschließlich inhabergeführte Geschäfte sind, was die Kommunikation sehr einfach macht. Du kannst einfach ins Geschäft gehen und mit dem Besitzer reden oder fragen, ob er bock hat hier was zu entwickeln und wenn er ja sagt heißt das auch ja. Andererseits gibt es hier recht viele Altbauten, was ins besondere jungen Leuten als Wohnquartier Spaß macht, den Voß’schen Garten als kleine Parkfläche, viel alten Baumbestand, was es hier schön atmosphärisch macht und generell dieses kleinteilige Nebeneinander von Wohnen, Gewerbe und Freizeitmöglichkeiten. Das sind alles Sachen, die wir schon vorher in dieser Ecke Wittens gesehen hatten und uns gesagt haben: OK, da inszenieren wir das Knut’s.

 

Hast du Hintergründe aus verschiedenen »DIY-Szenen«

beziehungsweise Subkulturen?

 

Ich hab mit 16 in Paderborn angefangen zu veranstalten, mein erstes Punk Konzert neben der JVA, »Punk am Knast«, bin damit voll auf die Fresse geflogen aber es hat mir total Spaß gemacht. Seitdem habe ich immer wieder veranstaltet, auch gerne in verschiedenen Veranstalterkonstellationen. An Subkulturen bin ich alles Mögliche durchgegangen, sodass das Veranstalten an sich auf jeden Fall in der Subkultur verrotte ist, aber was jetzt hier entstanden ist hat keinen subkulturellen Background – es können sich alle treffen.

 

Das ganze Interview findest Du im Printmagazin Ausgabe #1

 

www.studiostellwerk.de

Interview: Dominik Klimat mit Philip Assauer

Fotos: Chokografie, Stellwerk e.V.

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